2015 Frühjahrsputz 28.03.2015

Artikel Keßler

„Eine wunderbare Überraschung“ in Etzleben

So nannte es Herr Hoffmann, Mitorganisator des 1. Etzlebener Frühjahresputzes, als er beim Eintragen in die Teilnehmerlisten die vielen Einwohner sah. Insgesamt nahmen 48 Einheimische im Alter von 4 bis 84 Jahren die kleinen und größeren „Baustellen“ in Angriff, die ein nur halbtags angestellter Gemeindearbeiter nie wirklich schaffen würde. Damit waren an diesem sonnenverwöhnten Samstag fast 17% der Bevölkerung bereit für ihren Heimatort zu schwitzen. Und sie taten es mit Muskel- und Maschinenkraft, aber auch mit viel Liebe und dem Blick fürs Detail.

So wurde vor allem an der Durchfahrtsstraße der B85, dem Aushängeschild für alle Durchreisenden, morsche Bäume und Äste entfernt, die Rabatten gepflegt und für die vor einiger Zeit in einen Unfall verwickelte Begrüßungstafel ein neues Fundament gegossen. Die Hochrabatte vor dem ehemaligen Eiskaffee im Kreuzungsbereich war total verwildert. Hier arbeitete das „kreative Zentrum“ des Dorfes an der Umgestaltung. Die vorhandenen Mittel nutzend, eigene Sträucher und Pflanzen spendend und auch andere Gewerke mit einbindend, gelang es dem Gestalterteam ein Kleinod aus Steingarten und kommenden Blütentraum zu schaffen. Hoffentlich wird dieser Blickfang nicht zu sehr ablenkend auf die Verkehrsteilnehmer aus Richtung Kölleda vor der einzigen Kurve des Dorfes wirken und damit zu Unfällen führen.

Von einem Team bestehend aus 6 Kindern und Jugendlichen und 4 Erwachsenen wurden fast alle eingelagerten Bänke des Dorfes gestrichen aber auch die fest installierten im Bereich des Denkmalgartens abgebaut, abgeschrubbt, lasiert und wieder befestigt. Der Denkmalgarten selbst und seine ihm umgebenden Rabatten, laden wieder zum Verweilen ein und vermitteln das Gefühl des andächtigen Ruhepols des Dorfes, der nur den Augen Nahrung bietet.

In der Straße des Friedens war es jenen Vormittag überhaupt nicht friedlich. Geballte Frauenpower unterstützt von einem Quotenmann kümmerte sich um die Hochrabatte an der Einmündung zur Lindenstraße. Sträucher schneiden, Bewuchs zwischen den Pflastersteinen entfernen und die herausquellende Natur aus dem unbewohnten Grundstück zurückdrängen waren die schweißtreibenden Aufgaben dieser schnellen Eingreiftruppe. Aber am meisten wurde an der Wurzel geschwitzt. Da versuchten doch drei Optimisten die Wurzel einer über 100jährigen Trauerweide, die vor einigen Jahren einem Sturm zum Opfer fiel, auszugraben. Viele gute Hinweise mit dem einmütigen Resümee:“… das schafft ihr sowieso nicht!“ wären fast bestätigt wurden, wäre da nicht die rettende Unterstützung der Agrar- GmbH gewesen. Trecker, Stahlseil und ein Ruck und schon konnte noch rechtzeitig vor dem gemeinsamen Essen der neue Baum in das alte Loch gepflanzt werden.

12 Uhr fiel der Hammer und der Bürgermeister lud zum Essen. Die 30 l Gulaschsuppe und die 40 Würstchen fanden komplett den Weg in die ausgehungerten Mägen und an einer langen Tafel wurden die persönlichen Heldentaten des Tages miteinander verglichen und neue Ideen entwickelt. Und hier brachte auch wieder Herr Hoffmann das wichtigste Ergebnis des Tages auf den Punkt: „Die Dorfgemeinschaft existiert, sie muss nur geweckt werden.“ Und der Frühjahrsputz war schon wieder ein kleiner Mosaikstein auf diesem Weg.

Peter Keßler

Artikel Schramm

Etzleben 2015 in Echt - Gemeinschaft erleben

 Mit vielleicht flauen Gefühl lud der Etzlebener Dorf- Bereicherungs- Beirat zum 1. Etzlebener Frühjahrsputz für den 28. März 2015, immerhin ein Samstag und somit durchaus für süffisante Vergleiche zum DDR- Subotnik geeignet.

Aber gedacht, gesagt, getan… Subotnik hin oder her… und so trafen sich die ersten Bürger gegen 09:00 Uhr am Denkmalsgarten in der Dorfmitte und harrten ein wenig der Dinge die da kommen sollten.

Kurz nach neun Uhr hatten sich sicher nicht wegen der freundlichen Begrüßung immerhin 45 kleine und große Bürger der Gemeinde mit  Besen, Schaufel, Gummikarre, aber auch mit Kleintraktor und Rasenmäher am Denkmalsgarten versammelt. Bei nicht ganz 300 Einwohnern doch eine beachtliche Zahl.

 Nun noch schnell wegen der Unfallversicherung in die Teilnehmerliste eingetragen und dann ging es auch schon los.

Die im Vorfeld durch den Beirat bei einer Ortsbegehung festgestellten pflegebedürftigen Ecken und Eckchen wurden an die helfenden Händen weitergegeben. Grüppchenweise verteilten sich die Leute im Dorf, um bedürftige Blumenrabatten zu pflegen, die ramponierten Dorfbänke zu pinseln und zu montieren, Gestrüpp zu beseitigen oder Hinweis- und Informationstafeln zu reinigen. So wurde den ganzen Vormittag in Etzleben gewerkelt, geputzt und gestrichen, aber auch schon gekocht und geschnippelt. Denn gegen Mittag hatte Bürgermeister Boldt zu einer gemeinsamen Gulaschsuppe in das Dorfgemeinschaftshaus geladen. Und weil das Wetter passte und die Sonne sich auch sehen lies, war schnell eine lange Tafel im Freien gestellt.

Hatten sich schon während der Arbeit erste interessante Gespräche entfaltet, so  konnten diese während des Essens trefflich fortgeführt werden. Erst zum Nachmittag breitete sich wieder Ruhe über Etzleben aus, als die letzten Helfer heimkehrten. Nur der Lärm der Bundesstraße brauste weiter durch unseren Ort, aber daran mussten wir Etzlebener uns ja gewöhnen.

E. Schramm