6. Flohmarkt mit Mega- Besucherrekord

Trotz großen Ansturms blieb sich Etzleben treu

Eindrücke des Marktschreiers

Das war nun schon das 6. Mal, dass der Ausnahmezustand in dem 262 Seelendörfchen nahe der Thüringer Pforte ausgerufen wurde - mittlerweile mit einer schon selbstbewussten Sicherheit -  dass alles gelingen wird.

Die Vorbereitungen für den nächsten Flohmarkt beginnen meist beim abendlichen gemeinsamen Auswerten des eben beendeten Markttreibens. Dieses Jahr war trotzdem alles anders.

Durch die Werbung im Rahmen des MDR- Berichtes „Unser Dorf hat Wochenende“ rechneten der Bürgermeister, die Feuerwehr und der Dbb (Dorfbereicherungsbeirat) schon mit dem ein oder anderen Besucher mehr und es wurde ein neues Verkehrskonzept entwickelt, aber die Realität überstieg dann doch alle Erwartungen. Trotz der optimalen Vorbereitung der Parkplätze durch die Kameraden der Jugendfeuerwehr war gegen Mittag die Kapazitätsgrenze erreicht. Und da ist es gut, dass man in so einem Dorf wie Etzleben lebt. Ina Weißgerber, Chefin der Jugendfeuerwehr, fragt bei der Fam. Worgt nach, ob nicht einige Fahrzeuge mit Behindertenberechtigung am Rand ihrer Wiese parken könnten und die Familie stellt prompt die gesamte Fläche zur Verfügung, ohne dabei irgendeine Vergütung zu erwarten.

Damit haben sie uns „…den Arsch gerettet“, so der Bürgermeister Michael Boldt. So gelang es statt durchschnittlich 500 PKW´s nun sogar über 800 Autos einen Parkplatz im Dorfbereich anzubieten. Auch auf allen anderen Gebieten konnte der 6. Flohmarkt mit vielen neuen Rekorden aufwarten. Neben den Familien Windrich, Schneider, Kämpfe, Mendler und Stang öffnete erstmals Frau Isa Hauboldt ihren Drei- Seiten- Hof und bot Kaffee und Kuchen an. Mit 23 Hobbytrödlern aus dem Dorf und 65 Flohmärktlern aus 24 Städten und Dörfern von Artern bis Weimar erreichten wir mit 87 einen neuen Teilnehmerrekord. Aber genügend Platz war für jeden Teilnehmer da und den Stau der beim Aufbau der Stände zwischen den Autos, die auf den Schulplatz wollten und jenen, die ihren Stand schon aufgebaut hatten, und nun das Auto im hinteren Dorfbereich parken wollten, entstand, ertrugen alle mit viel Geduld.

Auch unsere Gastronomie bereitete sich gut auf den erwartenden Mehrandrang vor, aber trotz einer bis zum Bersten gefüllten Gulaschkanone und einem Riesengrill waren gegen 13.00 Uhr die Erbsensuppe, Brätel und Würstchen komplett verspeist. Bei Schneiders gab‘s noch Pommes und in den anderen Höfen leckere Kuchen, so dass alle der über 2000 Besucher mit vollem Bauch und zufrieden, Dank der vielen Schnäppchen, wieder die Heimreise antreten konnten.

Wirklich alle? Es gab auch manche, die wir trotz aller Mühe nicht voll zufrieden stellen konnten. So fragte eine Besucherin wo sich nun der Geldautomat in Etzleben befindet. „Ich habe doch nicht gewusst, dass es hier so viele schöne Sachen gibt.“ Ich hätte ja gern gesagt- gleich hinter dem Aldi, noch vor dem Ärztehaus- aber wir sind ja in Etzleben. Früher gab es auch mal Geld in Etzleben abzuholen, da fuhr Edith Schneider von der BHG mit dem Fahrrad  vor und zahlte Lohn und Rente aus, aber diese Zeiten sind schon länger vorbei…

Je mehr sich dieses Highlight entwickelt, eins soll und wird immer Ziel der Organisatoren bleiben- allen Gästen zu zeigen, dass das Leben auf dem Dorf nicht nur abwechslungsreich und interessant sein kann, sondern dass das Ausruhen auf einem Stein, das belanglose Gespräch über längst vergangene Lebenserfahrungen und das Bewundern von Selbstgeschaffenen unserer vielen kreativen Einwohner, Anregung sein kann und wichtig für die eigene Seele ist.

Gerade nach diesem Tag stelle ich mir auch selbst die Frage: „Lohnt sich die ganze Mühe?“

Ein ganzes Dorf ist auf den Beinen, die Feuerwehr übernimmt die Einweisung der Fahrzeuge, organisiert die Parkmöglichkeiten, führt Besuchern mit Handicap zu Geheimtipparkplätzen, die Mitglieder des Feuerwehrvereins haben die Organisation der gesamten Versorgung der Besucher in ihren Händen und braten selbst die leckersten Bratwürste und einige Besucher kommen extra um die Führung unseres Pfarrers Herr Bechtloff durch unsere Dorfkirche, gespickt mit zahlreichen Anekdoten zu erleben. Die offenen Höfe funktionieren nur, weil die ganzen Familienmitglieder von teilweise weit her für diesem Tag wieder zusammengerufen werden um mitzuhelfen, seit Dezember nähte Gisela Kämpfe Wimpelketten so dass Familie Fiebrich beim Aufhängen am Vorabend bis in die Dunkelheit arbeiten musste, die Anwohner ertragen den schon um 5 Uhr beginnenden Lärm der aufbauenden Händler mit einem verstehenden Lächeln und ich bastele schon seit dem Winter um mit meinem Outfit die Gäste zum Schmunzeln zu bringen.

Damit beantwortet sich die Frage von selbst. Bald die Hälfte der Einwohner engagiert sich aktiv, die andere Hälfte freut sich auf diesen Tag. Und wenn dann das Wetter stimmt und damit der Flohmarkt auch gelingt, gibt es doch nichts Schöneres als eine zufriedene Dorfgemeinschaft. Und genau das ist es und dies bemerken auch unsere Gäste…

Marktschreier Ziegenpeter

2018 Impressionen Flohmarkt

hier geht es zur Einladung